Der Langbogen ist das “klassische” Modell eines Bogens. Wobei auch bei diesem zwischen Kompositbows – also aus mehreren Materialien bestehende Bögen und Selfbows – also aus einem Stab bestehenden unterschieden wird. Die Formen und Funktionsweisen von Langbögen sind bunt wie der Bogensport. Dennoch es gibt einige Vertreter der Langbogengruppe, die sich besonderer Popularität erfreuen.
Der klassische englische Langbogen
Das Attribut “englisch” impliziert hiebei nicht dass diese Bögen ausschließlich in England geschossen wurden, jedoch ist die Verwendung dieses Langbogentyps von den Engländern in hohem Maße professionanlisiert und standardisiert worden. Deshalb ist es auch im heutigen Sprachgebrauch noch üblich, dass ein gerader D-Profil-Bogen aus einem Stück Eibe (Selfbow), welcher keine Pfeilauflage besitzt, als englisch bezeichnet wird. Das im 16Jh gesunkene Kriegsschiff namens Mary Rose, gibt einen guten Aufschluss über die Präferenzen der englischen Militaria zu jener Zeit. Es wurde 1982 in Solent an der Südküste Englands geborgen und enthielt unter anderem 137 klassische englische Langbögen, inklusive Pfeile. Auf diesen Fund stützen sich viele der heutigen Erkenntnisse über die Standardausrüstung des englischen Militärs zu dieser Zeit. Die Länge dieser Bögen variiert zwischen 187 bis 211 Zentimetern. Die Stärke der Bögen variiert zwischen 100 und 185 Pfund. Die Pfeile wurden dementsprechend teilweise sogar aus Eiche gefertigt. Dieser Bogentyp ist darauf ausgelegt verhältnismäßig schwere Geschosse mit viel Durchlagskraft zu befördern. Das dicke D-Pofil des Bogens liefert die nötige Massebeschleunigung hierfür und ermöglicht extrem hohe Zugewichte. Interessant ist außerdem das Zusammenspiel der verschiedenen Holzschichten, welche bei der Eibe besonders gut sichtbar werden. Das rötliche Kernholz der Eibe ist eher druckbeständig und hart, während die Splintholzschicht sich hell absetzt und flexibler/zugfester ist. So ist der klassische englische Langbogen zumeist rötlich von innen – also am Bauch, und hell gelblichweiß außen – also am Rücken.
Auch bei der Materialzusammenstellung von klassischen Holz-Kompositbögen werden stehts die beiden Faktoren Druckbeständigkeit und Flexibilität aufeinander abgestimmt. Unterschiedliche Hölzer haben unterschiedliche Eigenschaften und Grenzen.
Die Produktion dieses Bogenmodells war maßgeblich an der Auslöschung der historischen Eibenwälder in Süddeutschland und Nordösterreich beteiligt. (fehlende Quelle)
Der Holmegaard Langbogen
Dieses Bogenmodell entspricht dem ältesten Bogenfund der Welt (ca7000vChr.)
Da Bögen meist ausschließlich aus organischen Materialien bestanden haben, unterliegen diese einem starkem Zersetzungsprosess. Nicht weit von der Schleswig-Holsteinischen Grenze in Dänemark in Seeland, wurden dennoch fünf steinzeitliche Bögen in einem Torfsumpf konserviert, der dank der Gletscher entstand. Bei diesem Bogen-Typus handelt es sich um einen pyramidal- oder auch propellerartigen Bogen aus Ulmenholz.
Der Griff hat einen tiefen Bauch nach innen und ist schmal. Die Wurfarme beginnen nach dem Griff mit ihrer maximalen Breite und verjüngen sich bis zu den Wurfarmspitzen. Die Wurfarmverlauf beginnt 2/3 flach und verdickt sich im äußeren Drittel. Dies verlagert den arbeitenden Bereich der Wurfarme nach innen und lässt den Wurfarmspitzen eine Schleuderartige Funktion zukommen.
Aufgrund der Tatsache, dass Ulmen schützenswert und selten geworden sind, werden im Internet meist andere Hölzer verwendet. (aber auch schlicht völlig andere Bögen werden gerne als Holmegaard angeboten)
Der Möllegabet Bogen
… coming soon